Landwirtschaft
Anlässlich der Eidg. Landwirtschafts- und Gartenbauzählung 1990 wurden in Grindelwald 1'058 Kühe, 2'568 Rindvieh, 941 Schafe und 57 Schweine festgestellt. Im Jahre 1999 wurden im Tal von Grindelwald noch 1004 Kühe, 562 Rinder, 311 Kälber und 1398 Kleintiere (Ziegen, Schafe, Schweine) gezählt.
Die 2007 noch 126 Landwirtschaftsbetriebe in Grindelwald werden von 4% der Bevölkerung grösstenteils im Nebenerwerb geführt (zum Vergleich waren um 1900 ca. 60 - 70% in der Landwirtschaft tätig), davon betreiben rund 83 Milchwirtschaft, 35 Kälbermast und 8 Kleintierhaltung. Die jährlich produzierte Milchmenge beträgt 2 200 000 Liter (Kontingent). Ein Drittel dieser Milch wird im Tal selbst verbraucht. Der Rest nimmt den Weg in die Verarbeitungsbetriebe des Milchproduzentenverbandes. Zusätzlich werden rund 900 000 Liter Milch im Sommer auf den Alpen zu 90 Tonnen Alpkäse und Mutschli verarbeitet.
1999 wurden in Grindelwald 1004 Kühe, 562 Rinder, 311 Kälber und 1398 Kleintiere (Ziegen, Schafe, Schweine) gezählt. Bei einer Zählung im Jahre 1812 ergab sich zum Vergleich folgender interessanter Bestand: 1416 Kühe, 417 Rinder, 413 Kälber und 3734 Kleintiere (Ziegen, Schafe, Schweine).
Die Anzahl der Landwirtschaftsbetriebe hat sich vom Jahre 1980 von 269 auf 235 im Jahre 1990 auf 165 im Jahre 2000 und auf 146 im Jahre 2003 verringert.
Viehschau beim oberen Gletscher
Das landwirtschaftliche Arbeitsvolumen beträgt rund 200 "Normalarbeits kräfte". Über 95% aller Landwirte üben eine Erwerbskombination aus. Ergänzende Teilarbeitsplätze finden die Landwirte vor allem bei Skiliften, Sesselbahnen, Pistendienst sowie in Handwerksberufen, bei der Eisenbahn oder als Sennen.
Das Alpgebiet von Grindelwald umfasst rund 60km2 des 171 km2 betragenden gesamten Gemeindegebietes. Zieht man noch die unproduktiven Bergregionen in Betracht, entspricht das Alpgebiet rund zwei Dritteln der nutzbaren Fläche.
Die Alpen sind sogenanntes "Gemeinschaftsgut" während die Vorsassen durchwegs Privatbesitz sind. Die Abgrenzung dazwischen ist der "Alphag".

Neubau Widerfeldhütte oberhalb First
Die Alphütten sind grösstenteils in Privatbesitz. Bauern aus dem Tal arbeiten den Sommer über als Sennen auf der Alp, besorgen ihr eigenes Vieh und haben überdies Vieh von weiteren Bauern in ihrer Obhut. Üblicherweise verfügen diese Senntümer über eine Hütte auf jedem Läger der Alp.
Traditionell werden die landwirtschaftlichen Gebäude mit Schindeln gedeckt
Auch heute noch unterliegen die Alpfahrtsvorschriften weitgehend dem "Taleinungsbrief", der aus dem Jahr 1404 resp. 1538 stammt und die Bewirtschaftung der Alpen regelt.
Es darf nur einheimisches Vieh auf die Alpen aufgefahren werden.
Die auf der Alp gewonnene Milch unterliegt einem gesonderten Kontingent. Pro Sommer fallen über 700 000 Liter an, aus denen rund 70 Tonnen Bergkäse und -mutschli hergestellt werden.
Zu jeder Bergschaft gehört auch ein entsprechender Anteil des Dorfgebietes im Tal, die sogenannten "hinterliegenden" Güter.
Aktuelle Zahlen folgen in Kürze.
