Landwirtschaft

Anlässlich der Eidg. Landwirtschafts- und Gartenbauzählung 1990 wurden in Grindelwald 1'058 Kühe, 2'568 Rindvieh, 941 Schafe und 57 Schweine festgestellt. Im Jahre 1999 wurden im Tal von Grindelwald noch 1004 Kühe, 562 Rinder, 311 Kälber und 1398 Kleintiere (Ziegen, Schafe, Schweine) gezählt. 

Im Jahre 2014 sind folgende Tierbestände erhoben worden:

835            Milchkühe
1'126         allg. Rindvieh m/w
620            Ziegen
740            Schafe
ca. 380       andere Tiere (Pferde, Schweine, Hennen, Lamas, Gänse, Kaninchen etc.)


Die Agrarpolitik 2014/17 folgt nun auf die Agrarpolitik 2011. Ein Element der Veränderung liegt im Direktzahlungssystem. Da das System vorsieht keine Tierbeiträge mehr auszuzahlen, schaut man gespannt auf die Veränderung dieser Zahlen.

102 Landwirte mit Direktzahlungen und ca. 60 "Hobbybetriebe" ohne Direktzahlungen bewirtschaften rund 149'000 Aren in der Gemeinde Grindelwald.
Eine intakte und gepflegte Landschaft ist für Grindelwald als Tourismusdestination von grösster Bedeutung.

Über 95% aller Landwirte üben eine Erwerbskombination aus. Ergänzende Teilarbeitsplätze finden die Landwirte vor allem bei Skiliften, Sesselbahnen, Pistendienst sowie in Handwerksberufen, bei der Eisenbahn oder als Sennen. 

Viehschau beim oberen Gletscher

Das Alpgebiet von Grindelwald umfasst rund 60km2 des 171 km2 betragenden gesamten Gemeindegebietes. Zieht man noch die unproduktiven Bergregionen in Betracht, entspricht das Alpgebiet rund zwei Dritteln der nutzbaren Fläche. 

Die Alpen sind sogenanntes "Gemeinschaftsgut" während die Vorsassen durchwegs Privatbesitz sind. Die Abgrenzung dazwischen ist der "Alphag". 


Neubau Widerfeldhütte oberhalb First

Die Alphütten sind grösstenteils in Privatbesitz. Bauern aus dem Tal arbeiten den Sommer über als Sennen auf der Alp, besorgen ihr eigenes Vieh und haben überdies Vieh von weiteren Bauern in ihrer Obhut. Üblicherweise verfügen diese Senntümer über eine Hütte auf jedem Läger der Alp.


Traditionell werden die landwirtschaftlichen Gebäude mit Schindeln gedeckt

Auch heute noch unterliegen die Alpfahrtsvorschriften weitgehend dem "Taleinungsbrief", der aus dem Jahr 1404 resp. 1538 stammt und die Bewirtschaftung der Alpen regelt. 

Es darf nur einheimisches Vieh auf die Alpen aufgefahren werden. 

Die auf der Alp gewonnene Milch unterliegt einem gesonderten Kontingent. Pro Sommer fallen über 700 000 Liter an, aus denen rund 70 Tonnen Bergkäse und -mutschli hergestellt werden. 

Zu jeder Bergschaft gehört auch ein entsprechender Anteil des Dorfgebietes im Tal, die sogenannten "hinterliegenden" Güter.

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