Politiker


Gemeindepräsidenten

Bernische Einwohnergemeinden gibt es seit dem Gemeindegesetz von 1833. Während dieser Zeitspanne sah Grindelwald insgesamt 43 verschiedene Gemeindepräsidenten.
Einmal, im Dezember 1931, musste der neue Gemeindepräsident durch das Los bestimmt werden. In der Urnenwahl hatten die beiden Bewerber Gottfried Steuri und Alfred Bhend exakt die gleiche Stimmenzahl erreicht. Nach Reglement musste das Los entscheiden, welches auf Alfred Bhend fiel.
Die Liste der Gemeidnepräsidenten nach der Jahrhundertwende:

  1. 1902-1909 Johann Bernet, zu Truffersbrunnen
  2. 1910-1913 Peter Balmer, Lehrer
  3. 1914-1915 Rudolf Bohren, alt Postverwalter
  4. 1916-1919 Gottfried Bohren, Spillstatt
  5. 1920-1922 Peter Balmer, Lehrer
  6. 1923-1927 Christian Kaufmann, Tuftbach
  7. 1928-1931 Hans Bernet, Stotzhalten
  8. 1932-1935 Alfred Bhend, im Tuftli
  9. 1936-1943 Christian Kaufmann, Tuftbach
  10. 1944-1949 Hans Bernet, Stotzhalten
  11. 1949-1955 Emil Steuri, im Tuftli
  12. 1956-1961 Rudolf Märkle, zum Bahnhof
  13. 1962-1971 Christian Brawand, Kirchbühl
  14. 1972-1979 Hans Bernet, Sporthaus
  15. 1980-1987 Hans Graf, im Graben
  16. 1988-1995 Alfred Seiler, Chalet Silberdistel
  17. 1996-2003 Godi Bohren, Chalet Fiescherlicka
  18. 2004-2007 Andreas Studer, Chalet Abendrot
  19. 2008-2015 Emanuel Schläppi, Guggenhus, Guggenweg 12
  20. 2016-2019 Christian Anderegg, Chalet Afra, Regenmattenstrasse 2
  21. 2020- Beat Bucher, Eschengasse 29

Grossräte aus Grindelwald

Aus dem «Bernischen Staatskalender» kann man folgende Liste der Grindelwalder Grossräte entnehmen:

  1. 1832-1837 Johannes Bohren, Kirchmeier
  2. 1832-1836 Johann Jakob Wettach, Bären-Wirt
  3. 1843-1846 Johann Bohren, Amtsschaffner
  4. 1854-1864 Johann Egger, a.d. Fluh, Itramen
  5. 1862-1866 Albert Lutz, Arzt
  6. 1872-1878 Rudolf Bohren, Wirt zum Adler
  7. 1878-1907 Friedrich Boss, Hotelier zum Bären
  8. 1882-1883 Rudolf Häsler, Gemeindeschreiber
  9. 1884-1894 Christian Bleuer, Gadenstatt
  10. 1922-1928 Adolf Boss, Hotelier zum Adler
  11. 1930-1933 Gottfried Bohren, Führerobmann
  12. 1931-1932 Adolf Stettler, Hotelier Schoenegg
  13. 1933-1935 Samuel Brawand, Lehrer u. Führer
  14. 1954-1981 Viktor Boss, Sekundarlehrer
  15. 1958-1974 Christian Brawand, Hotelier, Kirchbühl
  16. 1974-1982 Christian Kaufmann, Sporthaus
  17. 1977-1985 Hans Graf, Lehrer, im Graben
  18. 1987-1995 Christian Brawand jun., Hotelier, Kirchbühl
  19. 1995-2002 Urs Zumbrunn, Restaurateur Top of Europe
  20. 2002-2006 Kurt Anderegg, Bauunternehmer
  21. 2002-2015 Christine Häsler, Leiterin Public Affairs

Christine Häsler, Regierungsrätin

Erziehungsdirektorin – Mitglied des Regierungsrates seit 1. Juni 2018
Jahrgang 1963, Geschieden, 4 Kinder
Wohnort Burglauenen (Gemeinde Grindelwald)

Beruflicher Werdegang
Eidg. dipl. Kauffrau
1986 – 1992 Gemeindeschreiberin Gemeinde Lütschental
1996 – 2006 Geschäftsführerin Grüne Freie Liste (GFL) Kanton Bern
2006 – 2011 Bereichsleiterin Sozialpolitik Procap, Schweiz
2011 – 2018 Leiterin Kommunikation Kraftwerke Oberhasli AG
2015 – 2018 Verwaltungsratspräsidentin Ärztezentrum Oberhasli AG

Politische Arbeit
Seit 1994 Mitglied der Grünen Partei
2002 – 2015 Mitglied des Grossen Rates
2006 – 2014 Fraktionspräsidentin Grüne Kanton Bern
2010 – 2018 Schulratspräsidentin Schule für Holzbildhauerei Brienz
2015 – 2018 Mitglied des Nationalrates
2018 Wahl in den Regierungsrat


Samuel Brawand (1898–2001), Regierungsrat und Nationalrat

Samuel Brawand begann seine politische Laufbahn im Gemeinderat von Grindelwald, wurde als Vertreter der sozialdemokratischen Partei 1933–1936 Mitglied des Grossen Rates des Kantons Bern, dann von 1935–1947 schweizerischer Nationalrat und im Jahre 1947 Bernischer Regierungsrat. Er amtete während 15 Jahren als kantonaler Bau- und Eisenbahndirektor, und zweimal, 1950/51 und 1961/62, war er Regierungspräsident. Bei seinem Rücktritt aus der Regierung wurde er von der Universität Bern mit dem Dr.h.c. geehrt. Von 1955 – 1967 gehörte er ein zweites Mal dem Nationalrat an und präsidierte in dieser Zeit u.a. die eidgenössische Strassenplanungskommission, welche das Autobahnnetz des Landes entwarf. Nach seinem Ausscheiden aus der Regierung im Jahre 1962 leitete er schliesslich als Direktor der BLS während sechs Jahren die Geschicke der Bern-Lötschberg-Simplon-Bahn und ihrer mitbetriebenen Linien. Für seine grossen Verdienste wurde Samuel Brawand an der Gemeindeversammlung vom 02.12.1961 zum Ehrenbürger der Gemeinde Grindelwald ernannt.

In seinem Chalet «bim Ahoren» in der Bodmi verbrachte er seinen Lebensabend. Samuel Brawand kommen grosse Verdienste für seine Bestrebungen um die Erhaltung der einheimischen Mundart zu. Mit einem aussergewöhnlichen Gedächtnis begabt, wusste der verdiente Ehrenbürger von Grindelwald über Dinge zu berichten, die sonst kaum jemand mehr weiss.
Am 11. Juli 2001 ist Samuel Brawand im Alter von 103 Jahren in Grindelwald verstorben.


Nationalräte und ein Bundesrat aus Grindelwald

Als Grindelwald die Schweiz regierte…
In der obersten Behörde der Eidgenossenschaft sassen um 1930 nicht weniger als vier gebürtige Grindelwalder zur gleichen Zeit: Ernst Nobs, der nachmalige Bundesrat, Hans Roth, Peter Balmer und der spätere Oberrichter Dr. Robert Wagner.


Ernst Nobs, Bundesrat

Ernst Nobs war der erste sozialdemokratische Bundesrat der Schweiz und wuchs im Gletscherdorf Grindelwald auf, wo sein Vater als Schneidermeister tätig war.
Ernst Nobs wurde am 14. Juli 1886 in Seedorf im Kanton Bern geboren. Er wirkte 6 Jahre lang als Lehrer, dann als sozialistischer Redaktor, von 1915 bis 1935 am «Volksrecht» in Zürich, wo er 1935 in den Regierungsrat gewählt wurde. 1942 wurde Nobs als Nachfolger Dr. Klötis Stadtpräsident von Zürich. Dem Nationalrat gehörte er seit 1919 an. Im Dezember 1943 wurde Ernst Nobs als Nachfolger von Ernst Wetter in den Bundesrat gewählt und übernahm das Finanz- und Zolldepartement. 1949 war sein Jahr als Bundespräsident. 1951 trat er zurück.
Auf Grund seiner grossen Verdienste wurde Ernst Nobs an der ausserordentlichen Gemeindeversammlung vom 15. Januar 1944 einstimmig zum Ehrenbürger von Grindelwald ernannt.
Ernst Nobs hat seine Jugendheimat nie vergessen und ihr Zeit seines Lebens eine grosse Anhänglichkeit bewahrt. Eine besondere Freundschaft verband ihn lebenslang mit Samuel Brawand und mit den Hoteliersleuten vom «Gletschergarten», Huldi und Dani Füllemann. Mit Dani Füllemann verbrachte er viele Ferientage beim Malen. Neben dem Malen schrieb er auch gerne. Grindelwald widmete er 1956 den Band «Breitlauinen», der lauter Erzählungen und eigene Illustrationen aus dem Gletschertal enthält. Ernst Nobs starb am 15. März 1957 in Meilen am Zürichsee. Man gedenkt seiner in Grindelwald stets mit grosser Zuneigung und Achtung.


Hans Roth, Nationalrat

Hans Roth, bekannt als «Bodmi Hans», wurde 1925 als sozialdemokratischer Vertreter in den Nationalrat abgeordnet, dem er bis 1955 angehörte.


Peter Balmer

Peter Balmer wurde 1928 als Vertreter der FDP in den Nationalrat gewählt, dem er acht Jahre lang angehörte.


Robert Wagner

Robert Wagner, Dr. jur. et phil., gehörte als Sozialdemokrat von 1928 bis 1931 dem Nationalrat an.


Samuel Brawand

1935 wurde Samuel Brawand in den Nationalrat gewählt. Er gehörte dem eidgenössischen Parlament von 1935 bis 1947 sowie von 1955 bis 1968 an. Davor war er auch Bernischer Regierungsrat (siehe oben).


Christine Häsler

Christine Häsler aus Burglauenen wurde am 8. Juni 2015 als Nationalrätin der Grünen vereidigt. Seit 2018 ist sie Berner Regierungsrätin (siehe oben).


Weitere Nationalräte

Folgende Nationalräte waren in Grindelwald heimatberechtigt oder wohnhaft: Christian Rubi (Wengen, 1954 bis 1959), Fred Rubi (Wengen/Adelboden, 1967 bis 1987), Marcel Brawand (Vevey, 1963 bis 1971) sowie Hanspeter Seiler (Ringgenberg, 1987 bis 2002).